Auf dem Weg in den Handel 4.0?
Wissenschaftlich Erhebung des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI)

Im Rahmen der Bedarfserhebung, die Herr Dr. Klaus-Peter Buss vom SOFI im Zeitraum Oktober 2017 bis Februar 2018 durchgeführt hat, wurden in Form von Experteninterviews bei Handelsunternehmen und Institutionen in der Region Südniedersachsen folgende Themenfelder betrachtet:

 

•    Stand der Digitalisierung im regionalen Handel
•    Kompetenzanforderungen an Beschäftigte im Handel
•    Good practices im Umgang mit Digitalisierung
•    Unterstützungs- und Beratungsbedarfe des Handels zu Ausbildungs-, Personalentwicklungs- und   Digitalisierungsfragen

Die Erhebungsergebnisse liegen nunmehr vor und wurden auf einer gut besuchten Veranstaltung am 23.05.2018 der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Wie die Studie zeigt, haben viele Probleme des inhabergeführten Handels zunächst einmal wenig mit Digitalisierung zu tun. Digitalisierung droht aber, den ohnehin hohen Wettbewerbsdruck für diese KMU noch zu verschärfen, da vor allem große Unternehmen ausreichend Ressourcen besitzen, um Digitalisierung zur weiteren Rationalisierung ihrer Prozesse zu nutzen. Trotzdem verfügen gerade kleine und mittlere Fachhändler über Kompetenzen und Wettbewerbsstärken, die auch durch die Digitalisierung nicht in Frage gestellt werden. Das Kundenverhalten hat sich zwar durch Digitalisierung verändert, jedoch haben klassische Kompetenzen des Fachhandels wie Kundenkommunikation und Beratung eher an Bedeutung gewonnen. Insgesamt stelle sich die Digitalisierung für die Unternehmen als schleichender Prozess dar. Digitalisierung ist für die Unternehmen ein Hilfsmittel, das aber den traditionellen Wettbewerbsstärken des Fachhandels untergeordnet bleibt. Auch für den Onlinehandel sind die Unternehmen nur begrenzt offen. Vor allem ist der Aufwand für viele zu hoch, einen Onlineshop aufzubauen. Hier kommt oft Einkaufsverbänden eine wichtige Unterstützungsfunktion zu. Entsprechend, so ein Fazit der Studie, bleiben Kundenkommunikation und ‚Verkaufen können‘ die zentrale Personalanforderung.

 

Die Präsentation von Herrn Dr. Buss finden Sie hier.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Auftaktveranstaltung DiHa 4.0 - Digitalisierung im Handel

Am 30.01.2018 stellte sich das Förderprojekt „DiHa 4.0 – Digitalisierung im Handel“ der Öffentlichkeit vor. Rund 70 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung kamen zum Projektauftakt ins Freizeit In. „Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft führt zu gravierenden Veränderungen, die vor allem kleine und mittelständische Händler vor große Herausforderungen stellen“ so Dr. Martin Rudolph, Geschäftsführer der Göttinger IHK, in seinem Grußwort.


Die VHS Göttingen Osterode gGmbH und ihre Projektpartner GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH und Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) unterstützen im Rahmen von DiHa 4.0 kleine und mittelständische Handelsunternehmen in diesem Veränderungsprozess. Der Fokus richtet sich dabei vor allem auf die betriebliche Aus- und Weiterbildung. Maja Eidmann-Bluhm und Heike Jansen, DiHa 4.0-Projektleiterinnen an der VHS, zeigten in ihrem Vortrag auf, für welche Themen und Fragestellungen das Projekt Beratung und Unterstützung bietet und laden die Handelsbetriebe in der Region ein, das kostenfreie Angebot intensiv zu nutzen. „Wir wollen den Handel mit unseren Beratungsleistungen da abholen, wo er steht. Individuell und passgenau!“


Vorab betont Frau Dr. Eva Stüber vom Institut für Handelsforschung aus Köln die Notwendigkeit für den Handel, sich auf das veränderte Konsumentenverhalten einzustellen und gibt Beispiele, wie das gelingen kann. „Von der Online-Terminvereinbarung für den Kauf des Abendkleides bis zur Online-Verfügbarkeitsprüfung eines Kaminofens im Baumarkt, es gibt viele Möglichkeiten dem Kunden guten Service zu bieten. Stationäre Konzepte sollten neu gedacht werden und jeder Händler für sich einen passenden Weg finden, um sich im veränderten Markt zu behaupten.“


Dr. Klaus-Peter Buss vom SOFI führt im Rahmen des Projekts eine Bedarfserhebung durch und lädt interessierte Handelsbetriebe ein, daran noch teilzunehmen. „Es gibt nicht DEN Handel“, meint Dr. Buss, und warnt vor einer Überforderung durch die Digitalisierung.
Beim anschließenden Get-Together tauschten sich die Gäste angeregt über das komplexe Thema Digitalisierung im Handel aus und nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken.


Das Projekt „DiHa 4.0 – Digitalisierung im Handel“ wird gefördert als JOBSTARTER plus-

Hier finden Sie die Handouts der Vorträge unserer Auftaktveranstaltung: